Fotografieren ins Gegenlicht und Bild bearbeiten

Erster Kursabend 30. April 2019 am Husumer Hafen:

links das Original – rechts bearbeitet

Gegenlicht-Aufnahmen haben ihren Reiz: Personen und Gegenstände werden auf ihre Umrisse und deren Schatten reduziert.
Im Gegenlicht entstehen hohe Kontraste mit tiefen Schatten ohne Zeichnung (Grautöne); der Himmel ist ausgeblichen, Farben werden stumpf. Einfallendes Licht kann ungewollte Reflexe verursachen.

Was kann der Fotograf dagegen tun ?
Direkte Sonneneinstrahlung möglichst vermeiden durch geschickte Standortwahl. Wenn man mit Stativ fotografiert, kann man mit der Hand Schatten auf das Objektiv machen (oder einen Helfer darum bitten).
Die digitale Bildbearbeitung am Computer eröffnet uns – neben der Wahl, bzw Korrektur des Bildausschnitts – viele Möglichkeiten: Lichter beschneiden, Schatten aufhellen, Klarheit, Dynamik und Sättigung (behutsam) anheben.

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Perspektiven der Husumer Krokusblüte

Husumer Krokus-Perspektiven

Foto-Spaziergang am Samstag, den 23. März 2019 von 10:00 bis 12:00 Uhr.

Aktueller Fototipp „Nah ans Motiv“!
Spielen Sie mit den unterschiedlichen Weitwinkel-, Tele- und Makro-Einstellungen Ihrer Digitalkamera, mit selektiver Schärfe, mit Brennweite, Standort und Perspektive.

Krokuskelch
Makro-/Nah-Einstellung und selektive Schaerfe

Viele „Kompakte“ haben neben der „Blume“ noch eine weitere „Blume“ mit einem „S“ für „short“ = kurz, bzw nah. Damit erreichen Sie den typischen Effekt der Weitwinkel-/Nah-Perspektive: Nahes wird riesengroß im Verhältnis zum Hintergrund.
Das Schwenkdisplay hilft Ihnen (hoffentlich) dabei, mit Ihrer Digitalkamera dicht an den Boden zu kommen, wo die Krokusse blühen – falls nicht, hilft Ihnen vielleicht ein Sitz- oder Alu-beschichtetes Wärmekissen, oder einfach ein Stück Stoff beim Hinknien.

Weitere Tipps zum Fotografieren der Husumer Krokusblüte

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Belichtungsübungen

Am Dienstag, den 30. April treffen wir uns um 18:00 Uhr am Husumer Binnenhafen und machen foto-didaktische Belichtungsübungen.

Übungsziel:
unsere Kameras besser kennenlernen (Bedienung, Zusammenhänge zwischen Blende, Belichtungszeit und Schärfe – fotografische Grundlagen):

Lichtempfindlichkeit ISO von „AUTO“ auf den niedrigsten Wert umstellen.

Fotografieren Sie zunächst mit dem BelichtungsmodusA“ oder „AV„.
Bei dieser Einstellung wird die Blende (die Öffnung im Objektiv) – vorgewählt, die Kamera sorgt mit der dazu passenden Belichtungs- oder Verschluss-Zeit für die richtige Helligkeit des Fotos.
Bei kleiner Blendenzahl (Blende 5,6 im linken Bild unten) ist die Öffnung groß, die Verschluss-Zeit fällt kurz aus; bei großer Blendenzahl (Blende 22 im rechten Bild unten) ist die Öffnung klein, der Verschluss muss lange offen bleiben, um die richtige Menge Licht einzusammeln.

Unschärfe durch Verwackeln

Foto-didaktische Belichtungsübungen im Husumer Binnenhafen

Bei längeren Belichtungszeiten (so ab 1/60-stel bis 1/30-stel Sekunde, je nach Brennweite und Bildstabilisator) werden unsere Aufnahmen zunehmend unscharf = verwackelt. Da hilft ein Stativ (soweit vorhanden).

Stellen Sie den Belichtungsmodus von „A“ / „AV“ auf „S“ oder „TV„, um statt der Blende feste Belichtungszeiten zu wählen.
Beginnen Sie zum Beispiel mit 1/125-tel Sekunde. Halbieren Sie die Belichtungszeiten jeweils (1/250-stel, 1/500-stel usw) und achten Sie auf Warnhinweise (z.B. Blinken einer Zahl). Irgendwann werden die Aufnahmen zu dunkel, weil die Blendenöffnung im Objektiv nicht mehr groß genug ist, um noch genug Licht einzusammeln. (Bei ISO-Einstellung auf AUTO würde die Kamera ihre Lichtempfindlichkeit automatisch erhöhen, um bei diesem Spiel mithalten zu können.)

Machen Sie das Experiment auch zu den längeren Belichtungszeiten hin (1/15-tel, 1/8-tel, 1/4-tel usw). Irgendwann werden die Fotos zu hell, weil das Objektiv die Blende konstruktionsbedingt nicht beliebig weit schliessen kann (bei Blende 16 oder 22 oder 32 ist Schluss).

Schauen Sie sich beim Betrachten der Fotos auf dem Computer die Einstellungen an:
In der Windows Fotoanzeige mit der rechten Maustaste das Foto anklicken, im öffnenden Fenster unten den Menu-Punkt Eigenschaften und im Register „Details“ wählen.

Mit der +/- Korrekturtaste können wir die Helligkeit der Aufnahmen beeinflussen. Bei Abendlicht macht das Sinn, denn damit bekommen Fotos Stimmung, man kann einen fotogenen Himmel über einem dunklen, silhouettenhaften Vordergrund betonen (Korrektur in Richtung – Minus),
oder dem Vordergrund Zeichnung geben (+ Plus Korrektur), wobei der Himmel zu hell und blass erscheinen wird.

Belichtungsreihe am Husumer Hafen

Der Weiss-Abgleich („WB“ – white balance) bestimmt die Farbwiedergabe der (JPEG-) Fotos. Im AUTOmatik-Modus korrigiert die Kamera die vom Tageslicht abhängige Farbtemperatur und die unterschiedlichen Lichtquellen (z.B: Kunstlicht).

Vier Beispiele für Weissabgleich

Probieren Sie alle Einstellungen durch, die Ihre Kamera anbietet.

Die Ergebnisse der Foto-Strecken lassen sich besser auswerten und vergleichen, wenn sie vom Stativ fotografiert wurden.

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Mondfotografie

Bei Vollmond stehen sich Sonne und Mond gegenüber: wenn die Sonne im Westen/Nordwesten „im Meer versinkt“, geht der Vollmond im Osten/Südosten auf.

Vollmond zwischen Silos

Sorgfältige Planung des Zeitpunkts und des Standorts, Geduld und Glück mit dem Wetter

An den Tagen vor Vollmond erscheint der Mond schon eine halbe bis volle Stunde vor Sonnenuntergang über dem östlichen Horizont. Die fotogensten Situationen ergeben sich dann, wenn ein Bauwerk oder eine Landschaft noch von der untergehenden Sonne angestrahlt wird.

Vollmond am Leuchtturm Westerhever

Frühmorgens am Leuchtturm Westerhever

An den Tagen nach Vollmond wird es für Landschaftsfotografen interessanter, schon vor Sonnenaufgang vor Ort zu sein, wenn die Landschaft schon genügend Licht hat und der Mond sich noch ausreichend farbsatt und kontrastreich vom Himmelsblau abhebt, bevor er am Horizont verblasst.

Stephen Trainor’s kleines Programm aus dem Internet ist sehr hilfreich, wenn man als Landschaftsfotograf wissen will, wann wo die Sonne oder der Mond auf- oder untergeht:

http://app.photoephemeris.com
„The Photographic Ephemeris“ gibt es auch als App (und kostet ca 8,- € )

Zur Wahl von Standort und Brennweite:

Vollmond am Leuchtturm

An Tagen vor Vollmond steht der Leuchtturm noch im Abendlicht

Wenn wir den aufgehenden Vollmond vor einer eindrucksvollen Kulisse – zum Beispiel einem Wahrzeichen – fotografieren wollen, kommt es auf den richtigen Standort an:
Je länger die Brennweite und je größer der Abstand zu einem Bauwerk, umso größer wird der Mond im Verhältnis zum Motiv abgebildet. Mit Weitwinkel- und Standard-Objektiven wirkt der Mond unscheinbar klein. Fotografisch interessant werden die Größenverhältnisse ab 150 bis 200mm Brennweite .

Großer Vollmond am Turm

Vollmond am Leuchttturm (Brennweite = 800mm)

Wenn die Brennweite zu lang wird, kann der Bildwinkel zu eng werden, um Mond und Wahrzeichen noch zusammen ins Bild zu bringen, zumal der Mond auch schnell vom Horizont aufsteigt.

Die Mondbahn ist im Sommer zum Glück flacher als im Winter.

Ab 400mm Brennweite muss man weit auf die Sandbank hinauslaufen, um den Leuchtturm in voller Größe mit Mond abzubilden.

Fotogruppe am Leuchtturm

Fotoseminar-Teilnehmer fotografieren den Vollmond am Leuchtturm

 Zur richtigen Belichtung:

Vollmond am Beltringharder Koog

Im restlichen Abendlicht wird der Vollmond zunächst noch recht blass erscheinen und sich vom Himmelsblau am Horizont kaum abheben.
In dieser Situation würde ich es mit einer Minus-Korrektur um eine bis zwei volle Stufen versuchen, damit der Himmel tiefblau wird.

 

Mit zunehmender Dunkelheit wird der Vollmond sehr hell. Das Belichtungsmesssystem unserer Kameras richtet sich aber nach der großen Fläche tiefblauen Abendhimmels.

Vollmondaufgang am Leuchtturm

Vollmondaufgang am tiefblauen Nachthimmel

Die Fotos würden einen blauen Himmel zeigen, in dem der Vollmond viel zu hell abgebildet würde. Hier wurde eine Minus-Korrektur um drei Stufen gewählt, um den Bildeindruck der Nachtaufnahme zu erhalten.
Das muss man ausprobieren, auf dem Display kontrollieren, eine Belichtungsreihe machen und ggf am Computer zu einem HDR-Bild (1) zusammenrechnen.

In solchen Situationen ist das RAW-Format (2) empfehlenswert.

(1) HDR steht für „High Dynamic Resolution“ = Hohe dynamische Auflösung.

(2) Das Aufzeichnungsformat RAW- (= Rohdaten) hat einen wesentlich größeren Belichtungsumfang als das Komprimierungsformat JPEG. Man kann sowohl in zu hellen als auch zu dunklen Bildpartien mit Bildbearbeitung mehr Zeichnung herausholen.

 

 

 

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Kreative Fototipps zur Husumer Krokusblüte

Krokus-Pano mit Fotografen

Die Krokusblüte im Husumer Schlosspark lädt zum Fotografieren ein.

Krokusblüte 1965

Schlosspark 1965 noch mit Birke am Fotografen-Eck

Es ist schwer voraus zu planen, wann die Krokusblüte ihren Höhepunkt erreicht und wie lange sie fotogen bleibt.
Sonne und Wärme lässt die Krokusse sprießen, Kälte verlangsamt ihr Wachstum, trübes Regenwetter schliesst die Kelche. Die Stürme Mitte März 2019 sind ihnen nicht bekommen. Wer die Wetterentwicklung im Februar/März über die Jahre aufmerksam verfolgt, wird ein Gefühl dafür bekommen, wann es so weit ist.
Oder gehen Sie auf die Husumer Tourismus-Seite.

Fototipps zum Thema Farbe:
Zu Analog-Zeiten war die Farbwiedergabe auf Diafilmen ein Lotteriespiel. Im Digitalzeitalter sollte das doch dank Weisslichtabgleich kein Problem mehr sein, oder ?

Krokusse geschlossen

Tiefblau sind die geschlossenen Krokuskelche im Husumer Schlosspark

Die Rot- und UV-Anteile im Tageslicht machen die Krokusse  zu Farb-Chamäleons.
Die Farbe des Tageslichts beeinflusst ihre Farbe stark: im Sonnenlicht sind sie himmelblau, abends lila (mehr rötlich) und bei bedecktem Himmel violett.
Frühmorgens und an kalten Tagen ohne Sonne sind die Krokuskelche noch geschlossen; dann leuchten sie tiefblau und lassen die Fotos dunkel erscheinen.

Krokusse mit Schloss

Morgensonne öffnet die Krokuskelche

Sonne und Wärme öffnet die Blütenkelche; ihre Farbe wechselt von blau nach lila. Im Gegenlicht werden sie hell und blass; der Blütenteppich gleicht einer Schneedecke.
Versuchen Sie, die Belichtung nach „-“ (minus) zu korrigieren.

Wenn der Weissabgleich auf „AUTO“ steht, werden Sie kaum Farbunterschiede bekommen, denn die Automatik Ihrer Digitalkamera egalisiert die tageslicht-bedingten Farbunterschiede.

Spielen Sie mit den Weissabgleich-Einstellungen (im Menu) bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen (bei Sonne, im Schatten, bei bedecktem Himmel, im Abendlicht, mit Blitz).

Fototipp „Nah ans Motiv“!
Spielen Sie mit den unterschiedlichen Weitwinkel-, Tele- und Makro-Einstellungen Ihrer Digitalkamera, mit selektiver Schärfe, mit Brennweite, Standort und Perspektive.

Krokuskelch

Makro-/Nah-Einstellung und selektive Schaerfe

Viele „Kompakte“ haben neben der „Blume“ noch eine weitere „Blume“ mit einem „S“ für „short“ = kurz, bzw nah. Damit erreichen Sie den typischen Effekt der Weitwinkel-/Nah-Perspektive: Nahes wird riesengroß im Verhältnis zum Hintergrund.
Das Schwenkdisplay hilft Ihnen (hoffentlich) dabei, mit Ihrer Digitalkamera dicht an den Boden zu kommen, wo die Krokusse blühen – falls nicht, hilft Ihnen vielleicht ein Sitz- oder Alu-beschichtetes Wärmekissen, oder einfach ein Stück Stoff beim Hinknien.

Die Tele-Perspektive (= lange Brennweite, große mm-Zahl) verdichtet die Millionen Krokusse zu einem dichten Teppich, die mächtigen Baumstämme stehen beeindruckend im Bild, die Fassaden im Hintergrund sind sehr viel größer als in der Weitwinkel-Perspektive.

Krokusse mit Schloss

Selektive Schärfe auf die Krokusse im Vordergrund

Den Kontrast zwischen Schärfe und Unschärfe  (die eng begrenzte Schärfe auf die Krokusse im Vordergrund) nennen wir „selektive Schärfe“). Damit kann der Fotograf Wichtiges hervorheben, vom Hintergrund lösen und so „Ordnung im Bild schaffen“.

Fototipp Zoomen:

Wenn Sie während der Belichtungszeit am Zoom-Ring drehen – also die Brennweite des Vario-Objektivs ändern – entstehen Fotos, die zu explodieren scheinen:

Krokus-Zoom auf Baum

Nach der Hälfte der Belichtungszeit wurde auf Tele gezoomt.

Dazu muss die Kamera auf einem Stativ stehen.
Mit einem Graufilter kann man auch bei hellem Tageslicht noch entsprechend lange Belichtungszeiten erzielen.

Damit ein Bauwerk im Hintergrund noch erkennbar bleibt, plaziert man es ins Zentrum des Displays/Suchers und bleibt für die erste Hälfte dr Belichtungszeit auf der kleinen Brennweite stehen, bevor der Zoomring behutsam, aber zügig auf die große Brennweite gedreht wird.

Krokusblüte-Zoom auf Baum

Nach der Hälfte der Belichtungszeit wurde auf Tele gezoomt.

Eindrucksvolle Zoom-Fotos gelingen nicht auf Anhieb. Man muss es oft üben und sich die Bilder auf dem Kamera-Display immer wieder anschauen, bis man mit dem Bildergebnis zufrieden ist. (Eignet sich das Motiv ? War die Belichtungszeit lang genug für den Zoom ?).

Zoomen macht Spass.

Glaskugel mit SchlossNoch mehr Spaß macht das Fotografieren durch eine Glaskugel.
Dabei ist es nicht leicht, das Motiv und seine Spiegelung in der Glaskugel attraktiv zu plazieren: Brennweite und Standort (= Abstand zur Kugel) müssen aufeinander abgestimmt sein; der Horizont in der Kugel sollte gerade sein und zum Hintergrund passen.
Merke: „Fotokrafieren ist Bein-Arbeit.“

Augapfel in Krokussen

Mein Augapfel

Da lacht der Augapfel – und die Zuschauer gleich mit.

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Gestalten mit Schärfe und Unschärfe

Unsere Digitalkameras haben den besten Autofokus der Welt !
Schärfe im Foto ist also kein Thema – oder ?

Unschärfe durch Verwackeln

Foto-didaktische Belichtungsübungen im Husumer Binnenhafen

Bei den Belichtungsübungen in unserem Fotokurs werden wir es – ungewollt, bewusst oder wider besseres Wissen – auch mit Unschärfen im Bild zu tun bekommen. Das hängt mit der Belichtungszeit zusammen.

 Das Gestalten mit Schärfe und Unschärfe wird im Fotokurs eines unserer Schwerpunkt-Temen sein.

Ältere (Analog-) Objektive haben zum Einstellen der Schärfe noch einen markierten Einstellring (mit End-Anschlag beim „Unendlich“-Zeichen = der liegeden Acht); je näher das scharf einzstellende Objekt war, umso weiter musste der Fotograf die Einstell-Schnecke herausdrehen. Heute macht das unser Autofokus.
Absolute Schärfe gibt es aber nur in einer – mehr oder weniger eng begrenzten – Schärfe-Ebene. Die ist abhängig von der Blende und dem Abbildungsmaßstab, der wiederum von der Brennweite und dem Abstand zum Objekt abhängt (Fotokurs-Mappe, Fotografisches Gestalten mit langen Brennweiten).
Je kleiner die Blenden-Öffnung (= je größer die Blenden-Zahl), umso mehr wächst die Schärfe in die Tiefe: doppelte Blendenzahl = doppelte Schärfentiefe (ausprobieren, am besten mit Tele – da wird der Effekt deutlicher als mit einem Weitwinkelobjektiv).

Selektive Schärfe fern - nah

Selektive Schärfe durch Auswahl der Schärfe-Ebene

Dieses optische Gesetz lässt sich in der Bildgestaltung anwenden: Selektive Schärfe nennt sich der Effekt (der Kontrast zwischen Schärfe und Unschärfe). Er ist umso deutlicher, je größer die Brennweite und je kleiner die Blendenzahl und je geringer der Abstand zum (scharf eingestellten) Objekt im Bild sind.

Je länger die Brennweite, umso größer ist die Gefahr, das Foto zu „verwackeln“; entscheidend ist hierbei die Belichtungszeit – wenn aus der Hand fotografiert wird oder Motive in Bewegung sind (die Rapsblüten im Wind, die Windräder und fliessendes Wasser). Mit solchen Wisch-Effekten lassen sich mit längeren Belichtungszeiten – vom Stativ oder „mit-ziehen“ aus der Hand ungewöhnliche, überraschende, spannende Fotos gestalten.

Wasser und Wind: mit Belichtungszeiten spielen

Wasser und Wind: mit Belichtungszeiten spielen

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Handhabung von Bilddateien

oder : „Was tun mit der digitalen Bilderflut ?“

Wenn man sich in Fotokreisen umhört, stellt man fest, dass es viele Wege gibt, der digitalen Bilderflut Herr zu werden.
Das beginnt mit der Überlegung, in welchem Speicherformat (JPEG oder RAW) und in welcher Auflösung man die Fotos speichern sollte. Speicherplatz ist reichlich vorhanden.
Also sollte die höchste (JPEG-) Auflösung gewählt werden, und – wenn die Kamera das anbietet – RAW plus JPEG.

Tonnenleger Hildegard - eines der meistfotografierten Husumer Hafenmotive

Tonnenleger Hildegard – eines der meistfotografierten Husumer Hafenmotive

JPEG steht für Joint Photographic Experts Group. Es ist ein Komprimierungsverfahren, das sich heute als Standard im Internet und auf allen Computern, Bildschirmen, Displays sichtbares Bildprogramm etabliert hat.
JPEG-Dateien (Windows-Datei-Endung = .jpg) sind also in allen Bildbetrachtungs-, Bildverwaltungs- und Bildbearbeitungsprogrammen sofort als Fotos zu sehen.

Wenn wir im Fotokurs aus unseren Fotos und didaktischen Foto-Spielchen lernen wollen, sollten wir dieses Dateiformat wählen. In der höchsten Auflösung reicht die Qualität meist auch für Poster, Ausstellungsfotos, Teilnahme an Fotowettbewerben und Veröffentlichungen in Büchern, Zeitschriften usw.

Husumer Hafen

Teilnehmerfoto: Steffen Biber, HDR-Bearbeitung

RAW-Bilddateien werden für umfangreiche Bildbearbeitung an Helligkeit, Zeichnung und Kontrast, Retusche usw benötigt, oder wenn aus mehreren Bilddateien Panoramen oder HDR- („High Definition Range“ = hochauflösende Kompositionen erstellt werden sollen.

RAW (engl. raw = roh) ist ein unkomprimiertes Pixel-Format von ADOBE. Um Bilder sichtbar zu machen, braucht es einen hersteller- und kamera-spezifischen Konverter. RAW-Bilder müssen darüber hinaus bearbeitet werden; Profifotografen bezeichnen diese Arbeit mit „Entwickeln“ – in Anlehnung an das analoge Fotografieren auf Negativfilm, der auch entwickelt und die Fotos davon vergrößert werden mussten.
Für ADOBE-Programme wie Photoshop und Lightroom integriert ADOBE seine RAW-Konverter in die neuen Versionen oder stellt sie im Download-Service zur Verfügung.

Sonnenuntergang Nordstrandischmoor

Sonnenuntergänge sind Motive mit hohem Kontrast. Das RAW-Speicherformat liefert den für die Bearbeitung erforderlichen Detailreichtum

Die Kamera-Hersteller liefern ihre Digitalkameras (die RAW können) mit DVD’s mit eigenen Bildbearbeitungsprogrammen aus, die ihre eigenen Rohdaten sichtbar machen können.
CANON-EOS-Fotos haben darin beispielsweise die Datei-Endung .DSC, NIKON-Fotos die Endung .NEF, und bei OLYMPUS heissen diese Dateien z.B. P502o1234.ORF.
Diese RAW-Dateien lassen sich nur mit dem jeweiligen Hersteller-Bildprogramm öffnen, und mit Photoshop, Lightroom, Picasa und co nur, wenn die RAW-Konverter schon integriert sind oder durch die entsprechenden Plug-ins ergänzt wurden.

Sonnenuntergang auf der Hamburger Hallig

Sonnenuntergang auf der Hamburger Hallig

Die Speicherkarten (CF- = Compact Flash- Karten oder die deutlich kleineren SD- = Secure Digital, SDHC-Karten) werden immer leistungsfähiger. Als erstes interessiert uns die Speicherkapazität, also wieviele Fotos drauf passen.
Wir sollten aber für unsere Kameras und die Übertragung der Bilddateien in den Computer auf die Schreib- und Lese-Geschwindigkeit achten, also die Bezeichnungen wie Class 10, Ultra, Extreme usw.

Man könnte die Speicherkarten, wenn sie voll sind, als Bildarchive aufbewahren; es gibt dazu Behältnisse mit Beschriftungsmöglichkeiten und allen Comfort.
Auf jeden Fall aber sollte man die Fotos von diesen empfindlichen Speicherkarten auf dem Computer/LapTop sichern und ein zusätzliches Back-up auf einer externen Festplatte anlegen. Die Bilddatensicherung auf einem externen Web-Server oder in der Cloud geht auch, ist aber nicht jedermanns Sache.

Teilnehmerfoto: Andrea Gretschmal

Teilnehmerfoto: Andrea Gretschmal

Die meisten Fotografen importieren ihre Fotos direkt oder über ein Bildverwaltungsprogramm wie Lightroom, Picasa usw auf eine Festplatten-Partition ihres Computers/LapTops.
Wenn zu viele Bilddateien auf der Speicherkarte der Kamera bleiben, kann das unübersichtlich werden; Import- und Suchvorgänge ziehen sich in die Länge, und die Karte „wird langsamer“.
Besser ist es, die Karte nach Sicherung der Fotos zu löschen oder besser gleich neu zu formatieren. Speicherkarten sollten immer mit der Kamera formatiert werden, in der sie eingesetzt werden – nicht mit dem Computer.

Je nach bevorzugter Arbeitsweise – neu-deutsch „Work-Flow“ – muss die digitale Bilderflut eingedämmt werden, also alle misslungenen und nicht beabsichtigten Fotos zeitnah gelöscht werden.
Für die verbleibenden Fotos könnte ein Bewertungssystem helfen, welches die Auswahlfotos mit Sternen, Fähnchen oder farbigem Rahmen kennzeichnet. Auch Stichworte eignen sich zum Sortieren und Wiederfinden.
Eine gute Methode ist es auch, eine Auswahl zu treffen und diese als Sammlung zu speichern oder je nach Verwendung in Ordner zu exportieren.

Blaue Stunde am Husumer Hafen

Blaue Stunde am Husumer Hafen

Speichermethoden und Archivierungs-Strategien wären ein fotokurs-füllendes Thema.
Wir möchten in unserem Kurs unsere Fotos einfach nur betrachten, teils bearbeiten, kopieren und exemplarisch exportieren:
Es ist wichtig zu wissen, dass JPEG ein Komprimierungsformat ist: jedes Mal, wenn Sie (z.B. in der Windows Fotoanzeige) ein Foto nicht nur betrachten, sondern verändern – z.B. drehen, beschneiden usw, wird es beim Schliessen weiter komprimiert und verliert dabei mehr oder weniger Details.
Um das zu vermeiden, sollten Sie veränderte JPEG-Bilddateien in einen neuen Ordner speichern oder besser gleich ein gutes Bildprogramm benutzen.
Gute Bildverwaltungsprogramme arbeiten „nicht-destruktiv“; das bedeutet, sie verändern die Originaldateien nach der Bearbeitung nicht; sie protokollieren alle Bearbeitungsschritte und zeigen das Ergebnis.
Das bedeutet aber auch, dass die bearbeiteten Fotos exportiert werden müssen, wenn man sie an einem anderen Computer zeigen will. Würde man die (vermeintlich bearbeiteten) Fotos einfach auf einem USB-Stick abspeichern oder auf eine CD / DVD brennen, wären sie noch unverändert.
Diese Bildprogramme haben umfangreiche Exportfunktionen. Wir lernen im Fotokurs das Exportfenster als Beispiel kennen.

Zum Betrachten unserer Fotos brauchen wir keine großen Bilddateien in Megapixel-Größe und hoher Auflösung.
Eine Reduzierung (Verkleinerung, Komprimierung) auf 72 DPI Auflösung und 1920 Pixel (lange Kante) eignet sich, um sie auf Computer-Monitoren, LapTops und Flachbild-TV’s in Spitzenqualität zu betrachten. Die Dateigröße wird damit bei ein bis 2 Megapixel liegen.
Für das Internet, wo die Gefahr besteht, dass Ihre Fotos unerlaubt von Fremden verwertet werden könnten, empfiehlt sich eine Verkleinerung auf 600 bis 800 Pixel bei 72 DPI und einer Kompressionsrate (Qualitätsstufe) von 30 Prozent.
Einige Programme bieten „speichern für web“ an. Dann liegen die Dateigrößen bei 50 bis 100 Kilobyte.

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