Teilnehmerfotos 2019 – die Bildbesprechungen

Wir haben viel fotografiert – und was nun?

Sorgfältig bis ins Detail gewählte Ansicht vom Husumer Binnenhafen.
Teilnehmerfoto: Peter Dohse

Für unseren Fotokurs ist es wichtig, dass wir uns die Fotos zeigen und gemeinsam besprechen.
Dabei erhalten wir Anregungen, profitieren von den unterschiedlichen Sehweisen, Bildauffassungen und fotografischen Erfahrungen, geben und bekommen Tipps zur Bildgestaltung und entwickeln so „Bildkompetenz“ – den eigenen Stil.

Foto-didaktische Übung: den richtigen Moment treffen

Ziel der Übung war es, so auszulösen, dass ein Windradflügel genau in eine der oberen Bildecken zeigt.
Bei Peter Dohse’s Foto links ist das perfekt gelungen.

Zwei Teilnehmerfotos: Peter Dohse

Zudem sind Aufnahmestandort und Bildausschnitt so gewählt, dass der Sendemast auf Nordfriesland’s höchster Erhebung – dem Stollberg – genau in der Mitte der Horizontlinie steht.

„Bei näherem Hinsehen . . .“

Sendemast zwischen Windmasten


sprich:

beim Heran-Zoomen und Auswahl aus einer Serie von Aufnahmen zeigen in seinem Foto rechts zwei Windflügel wie rote Pfeile auf diesen Mast.
Das bezeichnet der Fotograf als Verdichtung der Bildaussage.

Auch Christine Baumgartner hat den richtigen Moment getroffen.

Auf dem Weg zur Hamburger Hallig: Rotschenkel verlässt seinen Lieblingsplatz. Links das Originalfoto, rechts die bearbeitete Version: „Tütterbüttel im Abflug“
Teilnehmerfoto: Christine Baumgartner

Allerdings konnte sie beim Auslösen keine Rücksicht auf die Bildgestaltung nehmen.
Hier kommt die Bildbearbeitung ins Spiel:
Bild beschneiden oder gleich das Quadratformat wählen?

Digitalfotos bearbeiten – von ganz einfach bis zeitaufwendig

Erste Schritte der Bildbearbeitung

Die Digitalfotografie bietet nahezu unbegrenzte Möglichkeiten, die Fotos zu bearbeiten und zu verbessern, vom einfachen Horizont ausrichten, vom Bildausschnitt über die Formatwahl, über Helligkeits- und Kontrastausgleich, Retusche und partielle Korrekturen bis hin zu Zusammenrechnen von Bildserien (Panorama, HDR, Photo-Stagging).

Horizont ausrichten, Bild beschneiden, Format wählen

. . . der Horizont zwar schief, aber den richtigen Moment getroffen. Teilnehmerfoto: Ellen Gillhoff

Manchmal muss es schnell gehen: den richtigen Moment treffen ist wichtiger als ein gerader Horizont; ein schiefer Horizont lässt sich mit Bildbearbeitung ganz leicht ausrichten:
Dabei entstehen zwar Verluste an den Bildrändern . . .

Verluste an den Bildrändern

Seeadler jagt Nonnengänse zwischen Windrädern
Seeadler und Windräder

. . . und man muss auf das eine oder andere Bild-Detail verzichten (zum Beispiel den Schwan am unteren Bildrand).
Aber mit geschicktem Bildbeschnitt wird die Bildaussage auf das Wesentliche verdichtet.
Durch einen eng begrenzten Ausschnitt ergibt sich eine neue, spannende Bildaussage.

Eine Frage des (Bild-)Formats ?

In der Analogfotografie des 20. Jahrhunderts dominierte das Kleinbildformat mit dem Seitenverhältnis 3 : 2.
Die spiegellosen Digitalkameras brachten uns das Vier-Drittel-Format 4 : 3 („four third“).
Mit den neuen Flachbild-TVs, -Monitoren und I-Phones/SmartPhones halten extreme Seitenverhältnisse wie 16 :9 Einzug.

Schafwolle im Gegenlicht. Foto: Christian Bohnewald
Christian Bohnewald liebt extreme Darstellungen und große, ruhige Flächen. Das bringt Spannung ins Bild und freut die Werbetexter.
Das Quadratformat wirkt ausgleichend in der Bildgestaltung.

Das macht uns Fotografen die Präsentation von Hochformat-Fotos schwerer – fast unmöglich in einer Diaschau mit Überblendung (Tipp: zwei Hochformate zu einem Pärchen kopieren und als ein Bild zeigen).

Das Quadratformat bringt Harmonie in die Gestaltung und mildert bei einer Überblend-Diaschau den Wechsel zwischen Quer- und Hochformaten ab.

Hier geht es zu den . . .

Fotos aus der ersten Bildbesprechung

. . . und das sind die . . .

Fotos aus der zweiten Bildbesprechung

Hier nun die vorab zugesandten Fotos für unseren letzten Fotokurs-Abend:

für die dritte Bildbesprechung