Fotokurs-Forum: Bilder zeigen und besprechen

Für unseren gemeinsamen Fotokurs ist es wichtig, dass wir uns Fotos zeigen und gemeinsam besprechen.
Dabei erhalten wir Anregungen, profitieren von den unterschiedlichen Sehweisen, Bildauffassungen und fotografischen Erfahrungen, geben und bekommen Tipps zur Bildgestaltung und entwickeln so „Bildkompetenz“ – den eigenen Stil.

Hier zeigen Fotokurs-2020-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer Fotos,
haben Fragen dazu oder freuen sich auf Kommentare:

Bei unserem Fotokursabend am Holmer Siel verschwand die Sonne hinter einer aufziehenden Wolkenwand. Wer lange genug ausgeharrt hatte wie Fotokurs-Teilnehmerin Ramona Hansen, konnte eine typisch nordfriesische Blaue Stunde fotografieren.

Blaue Stunde; Foto:Ramona Hansen
Blaue Stunde am Beltringharder Koog. Teilnehmerfoto: Ramona Hansen

Ein Foto muss nicht unbedingt scharf sein. Das Mitziehen der Kamera während der Aufnahme und der Flügelschwung der Gänse bewirken ein Höchstmaß an Dynamik.
Unschärfe als bewusstes Mittel zur Bildgestaltung.

„Mitgezogen“: Belichtungszeit 1/30stel sec, Blende 20, Brennweite 450mm.
Teilnehmerfoto: Sibylle Kelling

Je nach Brennweite und Bewegung der Kamera während der Belichtung verwischt die Landschaft im Hintergrund zu einem Aquarellbild. Das kann für sich schon zu reizvollen Fotos führen. Ein besonderer fotografischer Reiz entsteht, wenn Motive wie Vögel im Flug, aber auch Fahrzeuge durch die Mitziehtechnik scharf im Foto erscheinen.
Fototipps:
– den Autofokus auf „C“ oder „CF“ für „continuous“ oder „following“ einstellen: dann folgt der Fokus dem bewegten Objekt;
– unterschiedliche Belichtungszeiten ausprobieren (1/125tel sec bis 1/8tel sec).
– und viel üben!

Teilnehmerfoto: Martin Domin
Kleiner scheuer Vogel, von Martin Domin perfekt ins Format gesetzt

Unser Fotokurs-Teilnehmer Martin Domin fotografiert gern Vögel. Seine Bridgekamera Panasonic TZ91 mit 30-fachem Zoomobjektiv (bis 720 mm kleinbildbezogen) eignet sich gut dafür, Entferntes nah ranzuholen. Allerdings brauchen Kompakt- und Bridgekameras auch gute Lichtbedingungen, vor allem, wenn kurze Belichtungszeiten benötigt werden.

Foto: Martin Domin
Bildgestaltung nach dem Goldenen Schnitt. Teilnehmerfoto: Martin Domin.

Wenn das Tele-Zoom nicht mehr ausreicht, das Tier formatfüllend abzulichten, kann der Fotograf den natürlichen Lebensraum einbeziehen:
In Martin Domin’s Bild rechts thront der Vogel nach der Harmonieregel des Goldenen Schnitts im Schnittpunkt oben rechts.

Der arktische Vogelzug, die Wat- und Wasservögel an der Nordseeküste und die Singvögel in unseren Gärten gehören zu unseren Dauerthemen.

Mehr Teilnehmerfotos und Fototipps zum Thema Vogelfotografie finden Sie im Menu Kursinhalte. Lesen Sie auch „Fotografisches Gestalten mit langen Brennweiten“ in Ihrer Fotokursmappe.

Der Leuchtturm Westerhever ist einer unserer Lieblingsorte. Im Rahmen unseres Fotokurses hoffen wir auf weitere wolkenfreie Vollmondabende im Juni und Juli.

Fotokurs-Teilnehmer Fred Petin fotografierte den Vollmond-Aufgang am 7. Mai am Leuchtturm Westerhever.

Mit ihrem Foto: Rippelmarken am Strand von St. Peter-Ording führt uns Nicole Wendisch zu einem unserer nächsten Themen:
Zusammenhang von Brennweite, Standort (=Standpunkt) und Perspektive:
Gehen Sie auf die Suche nach fotogenen Bilderserien ähnlich dem Beitrag mit dem Teufel am Roten Haubarg Simonsberg.

Nicole Wendisch: St Peter
Fotokurs-Teilnehmerin Nicole Wendisch weist mit ihren Foto auf das Thema Brennweite hin
Fred Petin nutzte das fotogene Abendlicht an der Husumer Seeschleuse für ein gekonnt gestaltetes Foto.

Trotz ungünstiger Wetterprognose kam Fotokurs-2020-Teilnehmer Fred Petin von der Schlei nach Husum. An der Husumer Seeschleuse fand er zur Blauen Stunde diese fantastische Lichtstimmung vor. Bei dem sorgfältig aufgebautem Foto führen alle Linien zu einem Punkt am fernen Abendhimmel.
Auch wenn das Wetter manchmal nicht so ist, wie man es gerne hätte, lohnt es sich, den Standort seiner Motivwahl anzusteuern. Die Lichtstimmungen an der Nordseeküste sind immer für Überraschungen gut.

In den Wiesen um Westerhever rasten im April und Mai riesige Schwärme von Nonnengänsen. Fotokurs-Teilnehmerin Ruth Ostermeier gelang dieser „Sonntagsschuss“ am Leuchtturm Westerhever.

Leuchtturm Westerhever
Ein gut gewählter Bildausschnitt hebt die wesentliche Bildaussage hervor

Was ging hier schief ?

Enten unscharf = ?
Ramona Hansen fragt: Warum sind die Gänse unscharf, das Gras davor aber scharf?

Fotokurs-Teilnehmerin Ramona Hansen wollte die Graugans-Familie im neuen See am Deichfuß zum Nordstrander Damm fotografieren. Ihre neue Olympus OM 10 hat aber nicht auf ihr Motiv, sondern auf das Gras davor scharf gestellt.
Fototipp: den Auslöser nicht gleich voll durchdrücken, sondern nur halb (bis zum Fokussierpunkt („Druckpunkt nehmen“), dann zeigt die Kamera im Sucher an, wo die Schärfe liegt; das lässt sich korrigieren.

Tipp: Vor der beabsichtigten Aufnahme richtig fokussieren:

Wenn der Auslöser nur halb gedrückt wird, zeigt das Sucher-Fenster oder das Display wichtige Einstellungen, bevor das Foto „im Kasten ist“:
Zum Beispiel: wo die Schärfe im Bild liegt, welche Blende und Belichtungszeit eingestellt sind – und vieles mehr.
Zwei kleine Versuche:
Schwenken Sie die Kamera bei halb gedrücktem Auslöser seitlich, um einen anderen Bildausschnitt zu erfassen: Schärfe und Belichtungswerte bleiben an der alten Position.
Schwenken Sie dann die Kamera bei halb gedrücktem Auslöser in einen sehr hellen Bereich – z.B. den Himmel: das Foto wird viel zu hell, weil die alten Belichtungswerte der Fokussierung mitgenommen wurden. Umgekehrt passiert es, wenn Wolken anfokussiert wurden, und dann der Bildausschnitt in den dunklen Vordergrund verlegt wurde.

Windkraft hoch 3
Fotokurs-2020-Teilnehmer Mario Löünd hat Windräder im Rapsfeld einmal anders fotografiert.
Frage an die Experten: Wie hat er das gemacht ?
Sibylle Kelling: Ich war Sonntag Mittag mit Kamera und Stativ in den Kögen, um Rapsfelder und Windräder zu fotografieren. Es war viel Wind und es musste schnell gehen,
Frage an die Experten: Warum ist dieses Foto unscharf?
Alle anderen Fotos sind scharf, obwohl ich keine Einstellungen verändert habe.
NOB - Rapsfeld
Teilnehmerfoto: Andreas Kusserow

Andreas Kusserow hat sich am Experten-Thema Nord-Ostsee-Bahn im Rapsfeld versucht.
Als Hauptmotiv ist die NOB zu klein geraten; mit einem Tele wäre sie größer abgebildet. Auch waren die Lichtbedingungen noch nicht optimal; die Bahn liegt im Schatten.

NOB im Rapsfeld
Foto: A. Kusserow bearbeitet:G. Paul



Mit einem Bildausschnitt wird die NOB größer.
Ein beherzter Griff in den Malkasten der Bildbearbeitung kann einiges bewirken.
Digitale Bildbearbeitung kann aber keine Wunder vollbringen.

Neuer Versuch, neuer Standort näher dran; und die Nord-Ostsee-Bahn strahlt im Sonnenlicht:

NOB durch Rapsfeld
Teilnehmerfoto: Andreas Kusserow: Neuer Standort – neues Glück.

Digitalfotos bearbeiten – von ganz einfach bis zeitaufwendig

Erste Schritte der Bildbearbeitung

Die Digitalfotografie bietet nahezu unbegrenzte Möglichkeiten, die Fotos zu bearbeiten und zu verbessern, vom einfachen Horizont ausrichten, vom Bildausschnitt über die Formatwahl, über Helligkeits- und Kontrastausgleich, Retusche und partielle Korrekturen bis hin zu Zusammenrechnen von Bildserien (Panorama, HDR, Photo-Stagging).

Horizont ausrichten, Bild beschneiden, Format wählen

. . . der Horizont zwar schief, aber den richtigen Moment getroffen. Teilnehmerfoto: Ellen Gillhoff

Manchmal muss es schnell gehen: den richtigen Moment treffen ist wichtiger als ein gerader Horizont; ein schiefer Horizont lässt sich mit Bildbearbeitung ganz leicht ausrichten:
Dabei entstehen zwar Verluste an den Bildrändern . . .

Verluste an den Bildrändern

Seeadler jagt Nonnengänse zwischen Windrädern
Seeadler und Windräder

. . . und man muss auf das eine oder andere Bild-Detail verzichten (zum Beispiel den Schwan am unteren Bildrand).
Aber mit geschicktem Bildbeschnitt wird die Bildaussage auf das Wesentliche verdichtet.
Durch einen eng begrenzten Ausschnitt ergibt sich eine neue, spannende Bildaussage.

Eine Frage des (Bild-)Formats ?

In der Analogfotografie des 20. Jahrhunderts dominierte das Kleinbildformat mit dem Seitenverhältnis 3 : 2.
Die spiegellosen Digitalkameras brachten uns das Vier-Drittel-Format 4 : 3 („four third“).
Mit den neuen Flachbild-TVs, -Monitoren und I-Phones/SmartPhones halten extreme Seitenverhältnisse wie 16 :9 Einzug.

Das Quadratformat bringt Harmonie in die Gestaltung und mildert bei einer Überblend-Diaschau den Wechsel zwischen Quer- und Hochformaten ab.